Erläuterungen zu den Klinikfragebögen :

Besuchszeiten

Die Besuchszeiten werden oftmals unterschiedlich gehandhabt für direkte Familienangehörige (Partner und eigene Kinder) und Bekannte. Dies hat den Vorteil, daß nicht permanent mit Besuch gerechnet werden muß und man für das Kind - z.B. während des Stillens - ausreichend Zeit hat. Andererseits darf der Partner jederzeit kommen.

Frühstücksbuffet

Das übliche Frühstück in Krankenhäusern ist Frühstück am Bett zu festen Zeiten. In einigen Kliniken wird inzwischen auch ein Frühstücksbuffet angeboten. Die Patientin kann ganz individuell den Zeitpunkt des Frühstücks selbst planen und kann sich so nach den Bedürfnissen des Kindes richten, ohne an feste Frühstückszeiten gebunden zu sein.

24-Std.-Rooming-in

Es ermöglicht der jungen Mutter sich rund um die Uhr um das eigene Kind kümmern zu können, das Kind und seine Bedürfnisse kennen zu lernen, und es immer bei sich zu haben. Natürlich kann die Patientin trotzdem jederzeit den Rat und die Hilfe der Kinderschwestern in Anspruch nehmen.

Periduralanästhesie (PDA)

Im Bereich der unteren Lendenwirbelsäule wird ein Betäubungsmittel gespritzt. Bei völligem Bewusstsein kann so die schmerzhafte Wehentätigkeit vollkommen ausgeschaltet werden. Auch ein Kaiserschnitt ist in PDA problemlos möglich.

Anästhesist (Narkosearzt) 24-Std. im Haus

In einigen Krankenhäusern schläft ein Narkosearzt (Anästhesist) nachts nicht im Krankenhaus selbst. Dieser befindet sich dann in Rufbereitschaft zu Hause und ist innerhalb weniger Minuten einsatzbereit im Kreissaal.

Neugeborenen-Intensivstation im Haus

Eine angeschlossene Kinderintensivstation findet sich in der Regel nur in großen Krankenhäusern und sogenannten Perinatalzentren. In einem Perinatalzentrum ist eine Entbindungsklinik mit einer Kinderintensivstation "unter einem Dach" vereint. Ein solches Zentrum kann auch extreme Frühgeburten optimal zu versorgen.

Facharzt für Frauenheilkunde und Geburtshilfe 24 Std. im Haus

In der Regel befinden sich nachts sehr gut ausgebildete Assistenzärzte für Frauenheilkunde und Geburtshilfe im Dienst, die jederzeit den diensthabenden Ober- oder Chefarzt binnen wenigen Minuten hinzurufen können. In vielen Kliniken sind auch Assistenzärzte mit bereits abgeschlossener Facharztausbildung im Nachtdienst tätig. Einen Facharzt, der immer rund um die Uhr in der Geburtsklinik anwesend ist, findet man in der Regel nur in großen Entbindungskliniken.

Mikroblutuntersuchung (MBU)

Mit einer Mikroblutuntersuchung kann unter der Geburt – mittels eines kleinen am kindlichen Köpfchen gewonnenen Bluttropfens – der Zustand des Kindes zusätzlich beurteilt werden, wenn das CTG z.B. unklar ist.

Kaiserschnittrate

Sie drückt aus, wie viel Prozent aller Kinder durch einen Kaiserschnitt zur Welt kommen. Die Aussagekraft dieser Zahl darf nicht überschätzt werden, da einige Kliniken einen hohen Prozentsatz an Hochrisikoschwangerschaften betreuen, d.h. Schwangerschaften bei denen ein erhöhtes Risiko für Mutter und/oder Kind besteht. Bei solchen ist die Entbindung per Kaiserschnitt deutlich häufiger, als bei „normalen“ Schwangerschaften.

Rate an Dammschnitten (Episiotomie)

Wenn das kindliche Köpfchen beim Durchtritt durch die Scheide das mütterliche Gewebe einzureißen droht, wird häufig ein Dammschnitt durchgeführt (Episiotomie). Eine Dammschnittrate von 40% sagt aus, dass 40 von 100 Frauen einen Dammschnitt erhalten haben.

Sanfter Kaiserschnitt

An vielen Krankenhäusern wird der sogenannte „sanfte Kaiserschnitt“ (Misgav-Ladach) durchgeführt, da einerseits die Operationszeit verkürzt wird und andererseits sich die Mütter schneller erholen sollen. Mit Operation hat aber mit sanft nichts zu tun, statt mit dem Skalpell werden manche Gewebeschichten dafür manuell getrennt.

Wassergeburten

Während der Wehentätigkeit wird es oft als wohltuend empfunden ein warmes Bad zunehmen. Die Muskulatur wird entspannter, die Wehen werden als leichter empfunden. In einigen Kliniken ist es auch möglich das Kind unter Wasser auf die Welt zu bringen. Hierfür gibt es extra große Badewannen die einen Zugang von vielen Seiten ermöglichen. Ob Sie als Schwangere selbst für eine Wassergeburt geeignet sind, hängt nicht zuletzt auch vom Zustand des Kindes ab. Dies muß jeweils individuell mit den Geburtshelfern im Krankenhaus besprochen werden.

Geburt aus Beckenendlage

Ob ein Kind in Beckenendlage (das kindliches Köpfchen befindet sich oben, d.h. der vorangehende Teil des Kindes ist der Po) auf normalem Wege geboren werden kann oder nicht, hängt von vielen Faktoren ab. Eine Entscheidung kann nur vom ärztlichen Geburtshelfer getroffen werden. Falls sich Ihr Kind in Beckenendlage befindet, sollten Sie sich rechtzeitig mit der Geburtsklinik in Verbindung setzen, um über die Art der Entbindung zu sprechen. In einigen Krankenhäusern wird bei einer Beckenendlage grundsätzliche ein Kaiserschnitt durchgeführt.

Spezielle Geburtsmöbel

Breite Entbindungsbetten:

Es gibt Entbindungsbetten die erheblich breiter sind als die üblichen, so dass eine rasche Haltungsänderung der Schwangeren unter der Wehentätigkeit problemlos möglich ist. Auch der Partner findet hier Platz.

Runde Entbindungsbetten:

Die Liegefläche ist rund, kann elektrisch (wie bei vielen anderen Betten auch) stufenlos verstellt werden. Hier sind viele Möglichkeiten zum Stellungswechsel für die Gebärende möglich.

Gebärhocker/Gebärstuhl:

Durch eine aufrechte Körperhaltung wird die Wehentätigkeit bei der Austreibungsphase unterstützt. Der Gebärhocker ist niedriger und hat im Gegensatz zum Gebärstuhl keine Rückenlehne.

Durchgängige Betreuung durch die selbe Hebamme

In den meisten Krankenhäusern arbeiten die Hebammen im Schichtdienst. Dies bedeutet das bei einer länger dauernden Geburt ein Schichtwechsel erforderlich werden könnte. Bei einer absehbaren Geburt wird in der Regel jede Hebamme die Betreuung bis zur erfolgten Geburt weiterführen. Wenn das Ende der Geburt noch nicht abzusehen ist, erfolgt in aller beim Schichtwechsel die Weiterführung der Geburt durch eine andere Hebamme. In den meisten Häusern ist deshalb eine durchgängige Betreuung durch ein und dieselbe Hebammen nicht möglich. Falls Ihnen dies wichtig ist, sollten Sie unbedingt vorher mit den Hebammen sprechen, ganz gleich, ob diese Möglichkeit mit JA oder NEIN in der Klinik-Tabelle beantwortet wurde.

Ambulante Geburt

Nach einer unkomplizierten Geburt dürfen Mutter und Kind nach einigen Stunden die Klinik wieder verlassen. Den Wunsch nach einer ambulanten Entbindung sollten Sie rechtzeitig mit der Hebamme besprechen. Auch falls Sie eine ambulante Entbindung planen, sollten Sie für alle Eventualitäten für eine mögliche Übernachtung gepackt haben.

Medikamente und Alternativen

Um den Geburtsverlauf möglichst entspannend und angenehm zu gestalten, gibt es viele nicht medikamentöse Möglichkeiten. Von der Akupunktur über ein warmes Wannenbad bis zur Reflexzonentherapie gibt ein breites Spektrum. Falls all dies nicht ausreichend ist, gibt es einige Medikamente, die für Mutter und Kind unbedenklich sind.